I will survive

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Uraufführung: Februar 2006, tjada / Théâtre National du Luxembourg, fringe festival
erschienen in: Raoul Biltgen, “einer spricht“, Monologe, Op der Lay, 2007
(c) Thomas Sessler Verlag, Wien

Der Schauspieler Michael Wanker bietet das Theaterstück “I will survive” seit vielen Jahren über die Michael-Stich-Stiftung zu Aufklärungszwecken zu HIV und AIDS an und erreichte damit bisher in über 100 Vorstellungen auf über 80 Bühnen (unter anderem in Budapest, China und Mexiko) über 25.000 Zuschauer (Stand Dezember 2016). Dies blieb auch den Medien nicht verborgen: Der aktuellste Bericht dazu auf RTL Nord.

 

I will survive im Theater in der Drachengasse, Wien, Foto: Raoul Biltgen

I will survive im Theater in der Drachengasse, Wien, Foto: Raoul Biltgen

Michael Rehbein reist von Stadt zu Stadt und hält vor versammeltem Publikum Vorträge über seine AIDS-Erkrankung. Sachlich und schonungslos berichtet er über die Stationen seines Krankheitsverlaufes und erspart dem Publikum auch nicht die deprimierenden Details der tödlichen Immunschwäche. Mit computergesteuerten Diaprojektionen unterstützt er seine Vorträge und übt Kritik an der Handhabung von Medikamenten. Rehbein lebt vom eigenen Sterben, ein „professioneller AIDS-Kranker“ auf Tour. Als er eines Tages seine große Liebe Julia als Betroffene unter den Zuhörern entdeckt, erfährt sein Leben eine Wendung. Er stellt sich der Wahrheit und outet sich als Lügner, der nie infiziert war, sondern seine Geschichten zwecks lukrativer eschäftemacherei erfunden hat. Doch gerade jetzt, durch die Begegnung mit Julia, wird die Krankheit für ihn zur Realität.

I will survive im Theater in der Drachengasse, Wien, Foto: Raoul Biltgen

I will survive im Theater in der Drachengasse, Wien, Foto: Raoul Biltgen

Es geht in dieser Geschichte nicht nur um Aids, sondern auch um einen Menschen, der um sich ein Lügengebäude errichtet hat, das im Laufe der Jahre zu seinem Leben geworden ist. Und plötzlich funktioniert das nicht mehr. Lügt er jetzt weiter oder sagt er die Wahrheit? Er entscheidet sich für die dritte Möglichkeit: er macht die Lüge zur Wahrheit.

Biltgen führt das Publikum irre und bricht gleich zweimal ein Tabu: Erstens das der Krankheit selbst, die man immer noch bestimmten Randgruppen zuordnet, und zweitens durch das doppelte Outing seines Protagonisten. Man identifiziert sich mit diesem Michael Rehbein, der zur Aufklärung der Menschen selbstlos über seinen Kampf ums Überleben berichtet. Man fühlt mit ihm, um dann zu erfahren, dass man als zahlendes Publikum belogen wurde.

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